EC Eisbären Balingen

10.04.2017 – Dietmar Gogoll im großen ZAK-Interview

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Unter Trainer Rafael Popek arbeiteten sich die Eisbären Balingen in die Spitzengruppe der Eishockey-Landesliga vor.

Zum zweiten Mal in Folge belegte das Team des EC Balingen am Ende der Saison den vierten Tabellenplatz. Der Abstand zu Rang drei war erneut nur gering. Dietmar Gogoll, erster Vorsitzender der Eisbären, hofft, Popek auch in der kommenden Saison als Spielertrainer beim EC halten zu können.

Herr Gogoll, mit einem Punkt Rückstand auf Rang drei sind die Eisbären dieses Jahr in der Landesliga Vierter geworden, wie fällt Ihr Fazit nach dieser Saison aus?

Dietmar Gogoll: Die Saison an sich ist unerwartet gut verlaufen. Dass wir jetzt auf Platz vier stehen, war der Erfolg des Trainings und der Disziplin der Mannschaft. Von daher bin ich mehr als zufrieden.

Bereits in der Saison 2015/16 schaffte es der EC Balingen auf Rang vier. Hätten Sie vor der Runde gedacht, dass das noch mal gelingt?

Gogoll: Gewünscht haben wir es uns schon, aber damit gerechnet haben wir nicht.

Was sind die Gründe für die erfolgreiche Saison der Eisbären?

Gogoll: Die Jungs haben sich alle am Riemen gerissen und sind von der Leistung her noch mal eine Stufe aufgestiegen. Wobei man auch ganz klar sagen muss, dass unser Trainer Rafael Popek auch stark am Erfolg mitgewirkt hat. Er hat einen richtigen Schub in die Mannschaft gebracht.

Kann man nach zwei vierten Plätzen in Folge schon sagen, dass der EC Balingen in der Spitzengruppe der Landesliga angekommen ist oder wäre das noch zu früh?

Gogoll: Nein, ich denke schon, dass man uns zu der Spitzengruppe zählen kann. Vom Abstand her ist es zwar ein bisschen ärgerlich. Platz eins und zwei und auch Rang drei und vier liegen jeweils nur einen Punkt auseinander. Auch der Abstand zwischen Rang zwei und drei ist nicht groß. Das heißt, die vier Mannschaften sind sich spielerisch ähnlich. Nach unten ist der Abstand dann schon etwas größer. Ich denke, dass, wenn sich bei den einzelnen Mannschaften personell nicht viel ändert, die Konstellation in der kommenden Saison ähnlich sein wird.

Herr Popek ist seit zwei Runden der Trainer Ihres Team. Seitdem läuft es richtig gut. Kann man sagen, dass er ein Glücksgriff für Balingen ist?

Gogoll: Mehr als das. Wobei die Trainer davor auch wunderbar in die Mannschaft gepasst haben. Aber der Rafael ist meiner Meinung nach noch mal einen Tick besser als die anderen Trainer, die wir bisher hatten. Das kleine Stücklein, das die anderen Trainer nicht hatten, bringt er noch aufs Tablett. Er ist Trainer und Spieler gleichzeitig und das auch noch richtig gut.

Gibt es schon Signale, ob Rafael Popek auch in der kommenden Saison der Coach der Eisbären sein wird?

Gogoll: Leider nein. Ich habe ihn zwar beim letzten Spiel gefragt, aber er wollte da noch nichts sagen, da auch seine Familie ein Wörtchen mitzureden hat. Er wohnt und arbeitet ja in Schwenningen und pendelt von dort aus nach Balingen. Aber ich bin mal guter Dinge.

Gibt es sonst schon Anzeichen, dass es in der Mannschaft personelle Veränderungen geben wird?

Gogoll: Dazu kann man zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel sagen. Im Moment sind die Studenten im Team noch ein großes Fragezeichen. Zudem kommen Angebote von anderen Vereinen meistens erst im Herbst. Ich gehe aber davon aus, dass die meisten noch eine Saison bei uns bleiben.

Wie würden sie die Mannschaft beschreiben?

Gogoll: Die Mannschaft an sich ist meiner Meinung nach genial. Sie hat sich gefunden und ist gereift und vor allem disziplinierter geworden. Die Jungs sind auch noch mal ein Stück näher zusammengerückt.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Gogoll: In der Jugend läuft es prima. Zwar sind noch keine Erfolge da, aber die können auch noch nicht da sein. Wer heute aufs Eis geht, kann nicht morgen schon ein Meister sein. Da sind die Erwartungen der Eltern manchmal ziemlich hoch. Wobei man bedenken muss, wenn einer Fußball spielt, kommt er auch nicht sofort in die erste Mannschaft. Der muss auch erst mal eine Weile trainieren. Viele Eltern denken eben: „Ich schicke mein Kind aufs Eis und morgen spielt es schon in der ersten Mannschaft“. Das geht aber einfach nicht. Aber an sich läuft es gut mit den Nachwuchsmannschaften. Wir haben auch schon Gespräche mit den Reutlingern, mit denen wir ja eine Spielgemeinschaft haben, geführt. Die Kooperation, die mittlerweile hervorragend ist, wird auch in der kommenden Saison weitergeführt.

Gibt es auch Spieler, die den Sprung aus der Jugend in die erste Mannschaft geschafft haben?

Gogoll: Es trainieren Jugendspieler bereits seit dieser Saison mit der ersten Mannschaft. Da liegt es jetzt nur noch am Alter und am Körperbau. Bei denen ist die Verletzungsgefahr noch zu groß.

Vor der abgelaufenen Runde hat der EC Balingen zwei Container neben der Eishalle aufgestellt. In diesen werden nun die Utensilien der Eisbären gelagert. Sind weitere Verbesserungen der Infrastruktur seitens des Vereins geplant?

Gogoll: Wir haben einige Dinge im Kopf, die wir von der Infrastruktur her noch verbessern möchten. Ob sich Herr Paul darauf einläst, das wissen wir noch nicht. Wobei diese Dinge sowohl für uns als auch für die Eishalle von Vorteil wären. Wir werden in den kommenden Wochen noch Gespräche führen.

Der Betreiber der Kunsteisbahn hat damit begonnen, die früher weitgehend geöffnete Eishalle größtenteils zu schließen. Können dadurch auch die Eisbären ab der kommenden Saison früher aufs eigene Eis als in den vergangenen Jahren?

Gogoll: Das wäre unser großer Wunsch. Wenn wir schon Anfang Oktober anfangen könnten, wäre ein tolles Ding. Dann könnten wir enorm Geld sparen. Momentan fahren wir ja noch ins Trainingslager nach Herrischried, das kostet uns jedes Mal 5000 Euro. Außerdem wären dann die Spiele nicht so gedrängt, weil wir früher in die Saison einsteigen könnten. Wir haben aktuell nur 20 Wochen, um die Spiele auszutragen und bei 18 Spielen ist das richtig eng.

Quelle: https://www.zak.de/artikel/details/357131
Autor: Anna Wittmershaus

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