EC Eisbären Balingen

20.10.16 – Rafael Popek im großen ZAK-Interview

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Noch eine Woche, dann wird es für die Eisbären Balingen wieder ernst. In Reutlingen beginnt für die Eyachstädter am 30. Oktober die neue Landesliga-Saison.

Trotz einer überraschend guten Runde 2015/16 und Rang vier gibt Spielertrainer Rafael Popek keine Platzierung als Saisonziel aus. Gutes Eishockey spielen und das Bestmögliche abrufen, das wollen der 38-Jährige und sein Team in dieser Spielzeit.

Herr Popek, in zwei Wochen beginnt für die Eisbären Balingen die neue Saison in der Landesliga Baden-Württemberg. Wie laufen die Vorbereitungen bisher?

Rafael Popek: Wir hatten jetzt eine Trainingseinheit in Schwenningen und zwei in Reutlingen. Außerdem waren wir am vergangenen Wochenende in Herrischried im Trainingslager. Dort sind wir auch dieses Wochenende wieder. Die Vorbereitungen laufen bisher gut, die Jungs ziehen gut mit. Man sieht, dass sie das Eishockeyspielen vermisst haben. Jeder geht auch wenn’s mal wehtut an seine Grenzen. Das ist für einen Trainer schön.

Nach der vergangenen Ligarunde haben Sie auch Angebote von anderen Vereinen bekommen. Was hat Sie dazu bewogen, dennoch in Balingen zu bleiben?

Popek: Ausschlaggebend war, dass ich hier eine intakte Mannschaft habe, die in der letzten Saison gutes Eishockey gespielt hat. Deswegen habe ich mich entschieden, in Balingen zu bleiben.

Gab es im Vergleich zur vergangenen Saison Veränderungen im Kader?

Popek: Wir haben mit Willi Bauer aus Reutlingen einen externen Neuzugang. Abgänge haben wir keine. Was wir aber zu beklagen haben, sind Spieler, die nicht von Anfang an einsatzfähig sind beziehungsweise teilweise die ganze Saison nicht zur Verfügung stehen. So fällt beispielsweise Marcel Schneider die komplette Saison aus. Auch sein Bruder Marco wird zumindest am Anfang fehlen. Achim Reiser ist beruflich in Karlsruhe und fällt daher auch weg. Dazu kommen noch ein bis zwei Spieler, von denen wir noch nicht wissen, ob sie rechtzeitig fit werden.

Wäre es aus Ihrer Sicht wünschenswert, mehr Neuzugänge verpflichtet zu haben?

Popek: Eigentlich nicht. Ich hatte mir im Kopf schon schon eine Mannschaft aufgestellt. Wenn alles so gekommen wäre, wie ich es geplant hatte, dann hätten wir keine Neuzugänge mehr gebraucht. Jetzt ist die Situation so, wie sie ist. Aber wir müssen jetzt nicht Panik verbreiten und auf Biegen und Brechen noch neue Spieler holen.

Was können Sie zum jetzigen Zeitpunkt über Ihren Neuzugang Willi Bauer sagen?

Popek: Noch nicht viel. Ich habe ihn bisher bei vier oder fünf Trainingseinheiten gesehen. Er muss jetzt erst mal in die Mannschaft reinfinden. Man muss sehen, dass er zu einem intakten Team dazugestoßen ist und jetzt Zeit braucht, um sich einzugewöhnen und die bekommt er von uns auch. Er muss nun Woche für Woche in jeder Trainingseinheit alles dafür tun, um einen Platz in der Mannschaft zu bekommen.

In der vergangenen Saison standen Sie selbst als Spielertrainer auf dem Eis. Wird das diese Runde wieder so sein?

Popek: Stand jetzt ist, dass ich als Spieler eingeplant bin. Jetzt, wo so viele Spieler fehlen, sowieso.

Wie sieht es mit Verstärkung aus dem Nachwuchs der Eisbären aus?

Popek: Wir haben ein paar junge Spieler, die bei uns mittrainieren. Einer von ihnen war auch mit im Trainingslager. Aber für alle gilt: Sie sind brutal jung und vom Körperbau auch noch nicht so weit, um zum jetzigen Zeitpunkt in der ersten Mannschaft spielen zu können.

Was macht das Team der Eisbären Balingen aus Ihrer Sicht aus?

Popek: Die Mannschaft hat einen wahnsinnig starken Zusammenhalt. Das sind alles Balinger Jungs, die auch privat etwas zusammen unternehmen und das merkt man einfach. Außerdem gibt es im Team eine klare Hierarchie.

Wo sehen Sie die sportlichen Stärken Ihres Teams?

Popek: Wir haben viele Stärken vom Torwart bis zum Stürmer das hat man letzte Saison gesehen. Unsere größte Stärke ist, dass wir als Mannschaft funktionieren und sich das nicht alles nur auf ein, zwei gute Spieler konzentriert.

Haben die Eisbären auch Schwächen?

Popek: Die gibt es mit Sicherheit auch. Es gibt jeden Tag etwas, wo wir sagen: Daran müssen wir arbeiten. Das macht aber auch Eishockey aus. Wenn wir fehlerfrei wären, wären wir nicht in der Landesliga . . .

Apropos Landesliga, ist das die Spielklasse, in welche Balingen gehört oder wäre ein Aufstieg in die Regionalliga erstrebenswert?

Popek: Im Moment ist die Landesliga die richtige Liga für die Eisbären. Es gehört schon noch etwas dazu, um in der Regionalliga mithalten zu können. Dafür müsste man personell dann doch aufrüsten und auch die Infrastruktur verbessern. Zudem kämen weitere Fahrten auf das Team zu, was auch finanziell eine Herausforderung wäre. Wir haben keinen Fünfjahresplan, der sagt, dass wir in nächster Zeit unbedingt in die Regionalliga aufsteigen wollen. Wenn es sich sportlich aber ergibt, warum nicht? Vielleicht kommt auch mal jemand, der sagt: Ihr seid aus der Region und spielt gutes Eishockey ich unterstütze euch finanziell . . .

Welche Ziele haben Sie und die Eisbären sich konkret für die nun anstehende Saison gesteckt?

Popek: Der Weg ist das Ziel, heißt es so schön. Wir wollen aufs Eis gehen und immer das Bestmögliche abrufen. Ich habe auch zu meinem Team gesagt: Wir können auch mal verlieren, aber man muss danach in den Spiegel schauen können und sagen können: ‘Okay der andere war besser.’ Wir wollen einfach immer unser bestes Eishockey spielen, egal wie der Gegner heißt, ob wir Favorit sind oder Außenseiter.

Wer sind den für Sie die Favoriten auf den Titel in der Landesliga Baden-Württemberg?

Popek: Ich glaube, es werden die üblichen Verdächtigen am Ende vorne sein. Ganz stark auf dem Zettel habe ich Esslingen. Auch Meister Pforzheim und Mannheim werden vorne mitspielen. Aber man darf auch die anderen Teams nicht unterschätzen.

Info: Rafael Popek (Jahrgang 1978) ist seit dem vergangenen Jahr Coach der Eisbären Balingen. Nach einigen Ausfällen stand der 38-Jährige in der zurückliegenden Saison auch selbst als Spielertrainer auf dem Eis. Der gebürtige Pole kam imAlter von 15 Jahren nach Deutschland mit dem Ziel, Eishockeyprofi zu werden. Mit 17 verschlug es Popek nach Schwenningen. Später spielte er unter anderem für den ESC Haßfurt in der Oberliga.

Interview geführt von: Anna Wittmershaus
Quelle: https://www.zak.de/artikel/details/330238

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